Achalasie
- ICD-10K22.0
- Gastroenterologie
- Speiseröhre
Auch bekannt als Kardiospasmus · Ösophagusachalasie · Megaösophagus
Bei der Achalasie gehen die hemmenden Nervenzellen im Plexus myentericus der Speiseröhre zugrunde. Dadurch erschlafft der untere Ösophagussphinkter beim Schlucken nicht mehr richtig, und die geordnete Peristaltik fehlt. Die Nahrung staut sich in der Speiseröhre, die sich im Verlauf stark erweitern kann. Typisch ist eine langsam zunehmende Dysphagie für feste und flüssige Speisen gleichermaßen, dazu Regurgitation unverdauter Nahrung, vor allem nachts im Liegen, retrosternale Schmerzen und Gewichtsverlust.
Der Ösophagusbreischluck zeigt eine erweiterte Speiseröhre mit glatter, spitz zulaufender Engstelle am Übergang zum Magen, das sogenannte Sektglas- oder Vogelschnabelbild. Die hochauflösende Manometrie sichert die Diagnose. Vorher muss endoskopisch ein Karzinom am Mageneingang ausgeschlossen werden, das eine Achalasie imitieren kann. Behandelt wird durch pneumatische Ballondilatation, laparoskopische Myotomie nach Heller oder endoskopische Myotomie (POEM); Botulinumtoxin hilft nur vorübergehend. Langfristig ist das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre erhöht.
💡 Nice to know
In Südamerika gibt es eine erworbene Form: Bei der Chagas-Krankheit zerstört der Parasit Trypanosoma cruzi die Nervenzellen der Darmwand, was zu einem Megaösophagus und einem Megakolon führen kann.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.