Addison-Krise
- ICD-10E27.2
- Endokrinologie
- Notfallmedizin
- Nebenniere
Auch bekannt als Nebennierenkrise · Morbus Addison · Akute Nebennierenrindeninsuffizienz · Primäre Nebennierenrindeninsuffizienz
Beim Morbus Addison ist die Nebennierenrinde zerstört, in Europa meist durch eine Autoimmunerkrankung, seltener durch Tuberkulose, Metastasen oder Blutungen. Es fehlen Kortisol und Aldosteron. Die chronische Form beginnt schleichend mit Müdigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust, Übelkeit, niedrigem Blutdruck, Salzhunger und einer bräunlichen Pigmentierung von Haut und Schleimhäuten, besonders an Handlinien, Narben und Mundschleimhaut. Eine Addison-Krise entsteht, wenn der Kortisolbedarf plötzlich steigt, etwa bei Infekten oder Operationen, oder wenn eine Kortisontherapie abrupt abgesetzt wird.
Die Krise äußert sich mit Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Exsikkose, Hypotonie bis zum Schock und Bewusstseinsstörung. Im Labor fallen Hyponatriämie, Hyperkaliämie, Hypoglykämie und erhöhte Nierenwerte auf; Kortisol ist erniedrigt, ACTH bei der primären Form stark erhöht. Therapie ist sofort Hydrocortison intravenös in hoher Dosis und reichlich Kochsalzlösung, noch bevor alle Laborwerte vorliegen. Langfristig werden Hydrocortison und Fludrocortison ersetzt. Betroffene erhalten einen Notfallausweis und lernen, ihre Dosis bei Belastung zu erhöhen.
💡 Nice to know
US-Präsident John F. Kennedy litt an Morbus Addison, was zu Lebzeiten öffentlich bestritten wurde. Die typische Pigmentierung trug vermutlich zu seiner auffallend gesunden Bräune bei.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.