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Akute Epiglottitis

  • ICD-10J05.1
  • HNO
  • Pädiatrie
  • Notfallmedizin
  • Kehlkopf

Auch bekannt als Epiglottitis · Supraglottitis · Kehldeckelentzündung · Supraglottische Laryngitis

Die akute Epiglottitis ist eine lebensbedrohliche bakterielle Entzündung des Kehldeckels und der supraglottischen Strukturen. Früher war Haemophilus influenzae Typ b der typische Erreger bei Kleinkindern; seit Einführung der Hib-Impfung ist sie bei Kindern selten geworden und betrifft heute eher Erwachsene, mit Streptokokken und Staphylokokken als Erregern. Typisch ist ein rascher Beginn mit hohem Fieber, starken Schluckschmerzen, Speichelfluss und kloßiger Sprache. Kinder sitzen in vorgebeugter Haltung, Husten fehlt meist.

Kinder mit Verdacht auf Epiglottitis dürfen nicht aufgeregt und der Rachen nicht mit dem Spatel inspiziert werden, da dies einen kompletten Atemwegsverschluss auslösen kann. Die Untersuchung erfolgt in Intubationsbereitschaft. Bei Erwachsenen zeigt die flexible Laryngoskopie den hochrot geschwollenen Kehldeckel, das seitliche Halsröntgen das „Daumenzeichen“. Behandelt wird mit intravenösen Antibiotika wie Ceftriaxon und Kortikosteroiden, bei drohender Atemwegsverlegung mit Intubation durch den Erfahrensten oder Notfallkoniotomie. Im Unterschied zum Pseudokrupp fehlt der bellende Husten.

💡 Nice to know

George Washington starb 1799 nach kurzer Krankheit mit Halsschmerzen, Atemnot und Schluckunfähigkeit. Viele Medizinhistoriker vermuten eine akute Epiglottitis, verschlimmert durch die damals üblichen Aderlässe.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.