Akute Hepatitis A
- ICD-10B15.9
- Infektiologie
- Gastroenterologie
- Leber
Auch bekannt als Hepatitis A · HAV-Infektion · Hepatitis-A-Virusinfektion · Virushepatitis A
Die Hepatitis A ist eine akute Leberentzündung durch das Hepatitis-A-Virus, ein unbehülltes RNA-Virus aus der Familie der Picornaviren. Es wird fäkal-oral übertragen, meist über verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder engen Kontakt, und ist in Ländern mit geringem Hygienestandard weit verbreitet. Nach einer Inkubationszeit von etwa zwei bis sechs Wochen beginnt die Erkrankung mit unspezifischen Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Fieber, Übelkeit und einer Abneigung gegen Fett, Alkohol oder Nikotin. Danach folgen bei Erwachsenen häufig Ikterus, dunkler Urin und heller Stuhl. Kleinkinder verlaufen dagegen meist ohne Symptome.
Im Labor sind die Transaminasen stark erhöht, oft auf das Vielfache der Norm, und das Bilirubin steigt an. Gesichert wird die Diagnose durch den Nachweis von Anti-HAV-IgM. Die Therapie ist symptomatisch: Schonung, Verzicht auf Alkohol und auf lebertoxische Medikamente. Die Hepatitis A heilt fast immer folgenlos aus, wird nie chronisch und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Fulminante Verläufe sind selten und betreffen vor allem ältere Menschen oder Patienten mit vorgeschädigter Leber. Vorbeugen lässt sich mit einer gut verträglichen Totimpfung, die vor allem vor Reisen in Endemiegebiete empfohlen wird. Die Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig.
💡Nice to know
Das Hepatitis-A-Virus ist erstaunlich widerstandsfähig: Es übersteht Einfrieren und bleibt wochenlang infektiös. Deshalb wurden mehrere Ausbrüche in Europa nicht auf Fernreisen, sondern auf tiefgekühlte Beeren zurückgeführt, die für Smoothies oder Desserts ungekocht gegessen wurden.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.