Akute Hepatitis E
- ICD-10B17.2
- Infektiologie
- Gastroenterologie
- Leber
Auch bekannt als Hepatitis E · HEV-Infektion · Hepatitis-E-Virusinfektion · Virushepatitis E
Die Hepatitis E ist in Deutschland die häufigste gemeldete akute Virushepatitis. Hierzulande wird vor allem der Genotyp 3 über unzureichend gegartes Schweinefleisch, Wild oder Leberwurst übertragen, in tropischen Ländern dagegen Genotyp 1 und 2 fäkal-oral über verunreinigtes Trinkwasser. Die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch. Symptomatisch erkranken vor allem ältere Männer mit Abgeschlagenheit, Übelkeit, Oberbauchschmerz und Ikterus; auch neurologische Manifestationen wie eine neuralgische Schulteramyotrophie oder ein Guillain-Barré-Syndrom kommen vor.
Die Diagnose sichern Anti-HEV-IgM und der Nachweis von HEV-RNA im Blut oder Stuhl. Die akute Infektion heilt bei Immungesunden meist spontan aus. Bei Immunsupprimierten, etwa nach Organtransplantation, kann sie chronisch werden und wird dann mit Reduktion der Immunsuppression oder Ribavirin behandelt. Gefährlich sind Infektionen mit Genotyp 1 in der Schwangerschaft mit hoher Rate an fulminantem Leberversagen sowie Infektionen bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung. Fleisch sollte zur Vorbeugung gut durchgegart werden.
💡 Nice to know
Die Hepatitis E galt lange als reine Reisekrankheit. Erst als Labore gezielt testeten, zeigte sich, dass sie in Deutschland weit verbreitet ist: Ein erheblicher Teil der Erwachsenen hat Antikörper, die meisten ohne je bemerkt zu haben, dass sie infiziert waren.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.