Akute Myokarditis
- ICD-10I40.0
- Kardiologie
- Infektiologie
- Herz
Auch bekannt als Myokarditis · Virusmyokarditis · Virale Myokarditis · Herzmuskelentzündung
Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels, in Mitteleuropa meist ausgelöst durch Viren wie Parvovirus B19, humanes Herpesvirus 6 oder Enteroviren. Seltener sind Autoimmunerkrankungen, Medikamente oder Impfungen ursächlich. Häufig geht ein Infekt der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts wenige Wochen voraus. Das Spektrum reicht von unbemerkten Verläufen über Brustschmerzen, Herzrasen und Leistungsknick bis zu akuter Herzinsuffizienz und lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen.
Im Labor sind Troponin und Entzündungswerte oft erhöht, das EKG zeigt unspezifische Erregungsrückbildungsstörungen oder ST-Hebungen, die einen Infarkt imitieren können. Die Kardio-MRT weist Ödem und typische nicht-ischämische Late-Enhancement-Muster nach; die Endomyokardbiopsie bleibt unklaren oder schweren Fällen vorbehalten. Behandelt wird mit körperlicher Schonung und Herzinsuffizienztherapie, bei bestimmten Formen immunsuppressiv. Wichtig ist ein Sportverbot für mindestens drei bis sechs Monate, da Belastung das Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöht. Ein Teil der Betroffenen entwickelt im Verlauf eine dilatative Kardiomyopathie.
💡 Nice to know
Der Rat, nach einem Infekt nicht gleich wieder Sport zu treiben, hat einen realen Hintergrund: Die Myokarditis gilt als eine der wichtigsten Ursachen für plötzliche Todesfälle bei jungen, scheinbar gesunden Sportlern.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.