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Akuter embolischer Beinarterienverschluss

  • ICD-10I74.3
  • Angiologie
  • Gefäßchirurgie
  • Gefäße

Auch bekannt als Akute Extremitätenischämie · Akuter Beinarterienverschluss · Arterielle Embolie · Akute Ischämie des Beines

Beim akuten Beinarterienverschluss wird die Blutversorgung eines Beines plötzlich unterbrochen. In etwa zwei Dritteln der Fälle ist ein Embolus die Ursache, meist aus dem linken Vorhof bei Vorhofflimmern; seltener entsteht eine Thrombose auf einer vorbestehenden Arteriosklerose. Klassisch sind die sechs „P“ nach Pratt: Pain (Schmerz), Paleness (Blässe), Paresthesia (Gefühlsstörung), Pulselessness (Pulslosigkeit), Paralysis (Lähmung) und Prostration (Schock). Beim embolischen Verschluss setzt der Schmerz schlagartig ein.

Die Diagnose ist klinisch; Doppler-Sonografie und CT-Angiografie klären Ort und Ursache. Sofort wird Heparin gegeben und das Bein tief und weich gepolstert gelagert, aber nicht aktiv gewärmt. Die Revaskularisation erfolgt per Embolektomie mit Fogarty-Katheter, Thrombolyse, Aspiration oder Bypass. Da Muskulatur und Nerven nach wenigen Stunden irreversibel geschädigt werden, zählt jede Minute. Nach der Wiedereröffnung drohen Reperfusionssyndrom und Kompartmentsyndrom; anschließend muss die Emboliequelle behandelt werden, meist mit dauerhafter Antikoagulation.

💡 Nice to know

Der Fogarty-Katheter, bis heute Standard der Embolektomie, wurde von Thomas Fogarty Ende der 1950er-Jahre entwickelt, als er noch in der Ausbildung war. Den kleinen Ballon an der Spitze soll er aus dem abgeschnittenen Finger eines Gummihandschuhs gebastelt haben.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.