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Akuter Gichtanfall

  • ICD-10M10.07
  • Rheumatologie
  • Gelenke

Auch bekannt als Gicht · Gichtanfall · Podagra · Arthritis urica · Gichtarthritis · Akute Gichtarthritis

Gicht entsteht durch eine Hyperurikämie mit Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken und Weichteilen. Meist liegt eine verminderte renale Harnsäureausscheidung zugrunde, begünstigt durch Übergewicht, Alkohol, besonders Bier, purinreiche Kost, Fruktose und Diuretika. Männer sind deutlich häufiger betroffen, Frauen meist erst nach den Wechseljahren. Der akute Anfall beginnt oft nachts mit extremen Schmerzen, Rötung, Schwellung und Überwärmung eines Gelenks, klassisch des Großzehengrundgelenks (Podagra); schon die Bettdecke wird als unerträglich empfunden.

Die Diagnose sichert der Nachweis negativ doppelbrechender, nadelförmiger Uratkristalle im Gelenkpunktat. Die Harnsäure im Serum kann im Anfall normal sein. Wichtig ist der Ausschluss einer septischen Arthritis. Im Anfall helfen NSAR, Colchicin in niedriger Dosis oder Glukokortikoide sowie Kühlung. Bei wiederholten Anfällen oder Gichttophi wird dauerhaft mit Allopurinol oder Febuxostat behandelt, mit einem Zielwert der Harnsäure unter 6 mg/dl, anfangs mit Anfallsprophylaxe. Langfristig drohen chronische Gichtarthritis, Tophi und Uratnephropathie.

💡 Nice to know

Gicht galt lange als „Krankheit der Könige“, weil sie mit üppigem Essen und Trinken in Verbindung gebracht wurde. Zu ihren berühmten Patienten zählten Heinrich VIII. und Benjamin Franklin, der sogar einen ironischen Dialog mit seiner Gicht schrieb.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.