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Akutes Epiduralhämatom

  • ICD-10S06.4
  • Neurochirurgie
  • Unfallchirurgie
  • Gehirn

Auch bekannt als Epiduralhämatom · Epidurale Blutung · Extradurales Hämatom · EDH

Beim akuten Epiduralhämatom sammelt sich Blut zwischen Schädelknochen und harter Hirnhaut, meist nach einer Schädelfraktur im Schläfenbereich mit Verletzung der A. meningea media. Betroffen sind vor allem jüngere Menschen nach Stürzen, Sport- oder Verkehrsunfällen. Klassisch ist ein Verlauf in drei Phasen: kurze Bewusstlosigkeit nach dem Trauma, dann ein freies Intervall, in dem der Patient wach und scheinbar unauffällig ist, und schließlich eine erneute rasche Eintrübung mit Kopfschmerz, Erbrechen, Halbseitenlähmung und einer weiten, lichtstarren Pupille auf der Seite der Blutung.

Das freie Intervall zeigt sich nur bei einem Teil der Patienten. Die CT des Schädels ist Diagnostik der Wahl und zeigt eine bikonvexe, linsenförmige Blutung, die die Schädelnähte nicht überschreitet. Eine raumfordernde Blutung wird notfallmäßig über eine Kraniotomie ausgeräumt und die Blutungsquelle gestillt. Wird rechtzeitig operiert, ist die Prognose gut, da das Gehirn selbst oft wenig verletzt ist. Ohne Operation droht eine tödliche Einklemmung des Hirnstamms.

💡 Nice to know

Das freie Intervall ist tückisch: Betroffene lehnen nach einem Sturz manchmal eine Behandlung ab, weil sie sich gut fühlen. Die Schauspielerin Natasha Richardson starb 2009 nach einem scheinbar harmlosen Skiunfall, bei dem sie zunächst ansprechbar war, an einem Epiduralhämatom.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.