Akutes Subduralhämatom
- ICD-10S06.5
- Neurochirurgie
- Unfallchirurgie
- Gehirn
Auch bekannt als aSDH · Akute subdurale Blutung · Traumatisches Subduralhämatom · Akutes SDH
Beim akuten Subduralhämatom blutet es zwischen Dura mater und Arachnoidea, meist aus abgerissenen Brückenvenen nach einem Schädel-Hirn-Trauma mit starker Beschleunigung. Es ist häufig mit Kontusionen des Hirngewebes verbunden und betrifft oft ältere Menschen, Alkoholkranke und Patienten unter Antikoagulation. Die Patienten sind häufig von Beginn an bewusstseinsgetrübt; ein freies Intervall ist seltener als beim Epiduralhämatom. Zeichen der Einklemmung sind eine einseitig weite, lichtstarre Pupille, Hemiparese und Streckkrämpfe.
In der nativen CT zeigt sich eine sichelförmige, hyperdense Blutung, die Suturen überschreitet, aber nicht die Mittellinie, oft mit Mittellinienverlagerung. Raumfordernde Hämatome werden notfallmäßig über eine Kraniotomie entlastet, Antikoagulation wird antagonisiert. Die Prognose ist wegen der begleitenden Hirnschädigung deutlich schlechter als beim isolierten Epiduralhämatom. Kleine Hämatome ohne Massenverschiebung können unter engmaschiger Kontrolle konservativ behandelt werden und später in ein chronisches Subduralhämatom übergehen.
💡 Nice to know
Merkhilfe für die CT: Das Epiduralhämatom ist bikonvex wie eine Linse, weil die Dura an den Schädelnähten fest verwachsen ist. Das Subduralhämatom kennt diese Grenze nicht und legt sich sichelförmig über die ganze Hemisphäre.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.