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Alkoholentzugsdelir

  • ICD-10F10.4
  • Psychiatrie
  • Notfallmedizin
  • Gehirn

Auch bekannt als Delirium tremens · Alkoholdelir · Entzugsdelir · Alkoholentzugssyndrom mit Delir · DT

Das Alkoholentzugsdelir ist die schwerste Form des Alkoholentzugs und tritt meist zwei bis vier Tage nach dem letzten Konsum bei langjähriger Abhängigkeit auf, oft ungeplant während eines Krankenhausaufenthalts. Durch den Wegfall der GABA-verstärkenden Alkoholwirkung kommt es zu einer zentralen Übererregung. Typisch sind Desorientierung, optische Halluzinationen wie kleine bewegte Tiere, starke Unruhe, grobschlägiger Tremor sowie vegetative Entgleisung mit Schwitzen, Tachykardie, Hypertonie und Fieber. Vorausgehen können Entzugskrampfanfälle.

Die Diagnose wird klinisch gestellt; andere Ursachen wie Hypoglykämie, Elektrolytstörungen, Infektionen, Schädel-Hirn-Trauma und eine Wernicke-Enzephalopathie müssen ausgeschlossen werden. Behandelt wird intensivmedizinisch mit Benzodiazepinen in symptomgesteuerter Dosierung, bei Bedarf ergänzt durch Clonidin gegen die vegetative Symptomatik und Haloperidol gegen produktiv-psychotische Symptome. Vor jeder Glukosegabe erhalten die Patienten Thiamin, um eine Wernicke-Enzephalopathie zu verhindern. Unbehandelt ist das Delir lebensbedrohlich.

💡 Nice to know

Den Begriff Delirium tremens prägte der englische Arzt Thomas Sutton 1813. Zittern und Verwirrtheit waren ihm bei Seeleuten und Soldaten aufgefallen, die plötzlich keinen Alkohol mehr bekamen.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.