Ambulant erworbene Pneumonie
- ICD-10J18.9
- Pneumologie
- Infektiologie
- Lunge
Auch bekannt als Pneumonie · Lungenentzündung · CAP · Community-acquired pneumonia · Bakterielle Pneumonie
Die ambulant erworbene Pneumonie ist eine Infektion des Lungenparenchyms außerhalb des Krankenhauses. Häufigster Erreger ist Streptococcus pneumoniae, daneben Haemophilus influenzae, Mykoplasmen, Legionellen und Viren wie Influenza oder SARS-CoV-2. Typisch sind Fieber, Husten mit Auswurf, Dyspnoe und atemabhängiger Thoraxschmerz; ältere Menschen zeigen oft nur Verwirrtheit oder Allgemeinzustandsverschlechterung. Auskultatorisch finden sich feinblasige Rasselgeräusche und Bronchialatmen, perkutorisch eine Dämpfung.
Die Diagnose stützt sich auf ein neues Infiltrat im Röntgen-Thorax zusammen mit klinischen Zeichen; CRP und Procalcitonin unterstützen. Die Schwere wird mit dem CRB-65-Score abgeschätzt: Verwirrtheit, Atemfrequenz ab 30/min, Blutdruck unter 90/60 mmHg und Alter ab 65 Jahren. Leichte Fälle werden ambulant mit Amoxicillin behandelt, mittelschwere stationär etwa mit Ampicillin/Sulbactam, bei Verdacht auf atypische Erreger ergänzt durch ein Makrolid. Prävention sind Impfungen gegen Pneumokokken, Influenza und COVID-19.
💡 Nice to know
Pneumokokken haben Wissenschaftsgeschichte geschrieben: An ihnen zeigte Frederick Griffith 1928 die „Transformation“, also dass harmlose Bakterien Erbinformation virulenter Stämme aufnehmen können. Das war der erste Schritt zur Entdeckung der DNA als Erbsubstanz.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.