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Anaphylaxie

  • ICD-10T78.2
  • Notfallmedizin
  • Allergologie
  • Immunsystem

Auch bekannt als Anaphylaktischer Schock · Anaphylaktische Reaktion · Allergischer Schock · Schwere allergische Reaktion

Die Anaphylaxie ist eine akute, potenziell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion des gesamten Körpers. Meist handelt es sich um eine IgE-vermittelte Allergie, bei der Mastzellen massenhaft Histamin und andere Botenstoffe freisetzen. Häufigste Auslöser sind Insektengifte von Wespen und Bienen, Nahrungsmittel wie Erdnüsse, Baumnüsse, Milch oder Ei sowie Medikamente wie Antibiotika oder Schmerzmittel. Innerhalb von Minuten bis etwa einer Stunde treten Juckreiz, Quaddeln, Rötung, Schwellungen von Lippen, Zunge und Rachen, Atemnot mit Stridor oder Giemen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe sowie Blutdruckabfall bis zum Kreislaufstillstand auf.

Die Diagnose ist klinisch; Hautsymptome können fehlen. Mittel der ersten Wahl ist Adrenalin intramuskulär in die Außenseite des Oberschenkels, das bei Bedarf nach fünf bis zehn Minuten wiederholt wird. Hinzu kommen Lagerung, Sauerstoff, großzügige Infusionen und ergänzend Antihistaminika und Glukokortikoide, die aber zu langsam wirken, um Adrenalin zu ersetzen. Eine erhöhte Serumtryptase kurz nach der Reaktion stützt die Diagnose. Da es zu verzögerten Reaktionen kommen kann, werden Patienten einige Stunden überwacht. Betroffene erhalten einen Adrenalin-Autoinjektor, einen Allergiepass und eine allergologische Abklärung; bei Insektengiftallergie ist eine Hyposensibilisierung sehr wirksam.

💡 Nice to know

Den Begriff „Anaphylaxie“ prägten Charles Richet und Paul Portier 1902 nach Versuchen mit dem Gift von Seeanemonen an Hunden: Statt immun zu werden, reagierten die Tiere bei der zweiten Dosis heftiger. Richet erhielt dafür 1913 den Nobelpreis.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.