Autoimmunhepatitis
- ICD-10K75.4
- Gastroenterologie
- Leber
Auch bekannt als AIH · Autoimmune Hepatitis · Lupoide Hepatitis · Chronisch aktive Autoimmunhepatitis
Die Autoimmunhepatitis ist eine chronische Entzündung der Leber, bei der das Immunsystem Hepatozyten angreift. Frauen sind etwa viermal häufiger betroffen, Erkrankungsgipfel liegen in der Jugend und um das 50. Lebensjahr. Häufig bestehen weitere Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, Zöliakie oder Diabetes mellitus Typ 1. Die Erkrankung verläuft oft schleichend mit Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden und Arthralgien, kann sich aber auch als akute Hepatitis mit Ikterus oder bereits als Leberzirrhose zeigen.
Typisch sind erhöhte Transaminasen, eine deutliche Erhöhung des IgG und Autoantikörper: ANA und SMA beim Typ 1, Anti-LKM1 beim seltenen Typ 2 bei Kindern, außerdem Anti-SLA. Andere Ursachen wie Virushepatitis, Morbus Wilson und Medikamente müssen ausgeschlossen werden. Die Leberbiopsie sichert die Diagnose mit einer Interface-Hepatitis und Plasmazellinfiltraten. Therapiert wird mit Prednisolon oder Budesonid, kombiniert mit Azathioprin als Langzeittherapie. Unter Behandlung ist die Prognose gut, unbehandelt entwickelt sich häufig eine Zirrhose.
💡 Nice to know
Die Autoimmunhepatitis wurde in den 1950er-Jahren als „lupoide Hepatitis“ beschrieben, weil bei vielen jungen Frauen im Blut LE-Zellen wie beim systemischen Lupus erythematodes auffielen. Mit dem Lupus hat sie aber nichts zu tun.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.