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Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

  • ICD-10H81.1
  • HNO
  • Neurologie
  • Ohr

Auch bekannt als BPLS · BPPV · Lagerungsschwindel · Kanalolithiasis · Otolithenschwindel

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel ist die häufigste Ursache von Drehschwindel. Ursache sind abgelöste Kristalle (Otokonien) aus dem Utrikulus, die in einen Bogengang gelangen, meist in den hinteren. Bei Kopfbewegungen sinken sie mit der Schwerkraft ab und reizen dabei die Sinneszellen. Typisch sind kurze, heftige Drehschwindelattacken von weniger als einer Minute, ausgelöst durch Lagewechsel wie Hinlegen, Umdrehen im Bett, Aufrichten oder Kopf in den Nacken legen, oft mit Übelkeit. Zwischen den Attacken sind die Betroffenen beschwerdefrei. Häufiger betroffen sind ältere Menschen und Menschen nach Kopfverletzungen.

Die Diagnose wird mit dem Lagerungsmanöver nach Dix-Hallpike gestellt: Nach wenigen Sekunden Latenz tritt ein kurzer, rotierender Nystagmus zum unten liegenden Ohr auf, zusammen mit Schwindel, der bei Wiederholung nachlässt. Hörstörungen oder neurologische Ausfälle passen nicht dazu. Behandelt wird mit Befreiungsmanövern nach Epley oder Sémont, bei denen die Kristalle durch gezielte Kopfbewegungen aus dem Bogengang zurück in den Utrikulus befördert werden. Oft reicht ein einziges Manöver, Patienten können es auch selbst durchführen. Schwindelmedikamente sind nicht nötig; Rückfälle sind häufig.

💡 Nice to know

Kaum eine Erkrankung lässt sich so schnell heilen: Ein richtig ausgeführtes Epley-Manöver dauert nur wenige Minuten und befreit einen großen Teil der Patienten sofort von ihrem Schwindel, ganz ohne Medikamente.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.