Alle Diagnosen

Bipolare Störung, manische Episode

  • ICD-10F31.1
  • Psychiatrie
  • Psyche

Auch bekannt als Manie · Bipolare affektive Störung · Bipolar-I-Störung · Manisch-depressive Erkrankung

Bei der bipolaren Störung wechseln sich depressive und manische oder hypomanische Phasen ab, dazwischen liegen oft symptomfreie Intervalle. Die Erkrankung beginnt meist im jungen Erwachsenenalter und hat eine starke erbliche Komponente. In der Manie sind Stimmung und Antrieb krankhaft gesteigert: Betroffene sind euphorisch oder gereizt, schlafen kaum, ohne müde zu sein, reden viel und schnell, springen von Gedanke zu Gedanke und überschätzen sich. Typisch sind riskantes Verhalten, hohe Geldausgaben, gesteigerte Libido und fehlende Krankheitseinsicht; schwere Manien können mit Größenwahn und Halluzinationen einhergehen.

Die Diagnose ist klinisch; ausgeschlossen werden müssen Drogen wie Kokain oder Amphetamine, Medikamente wie Kortison, eine Hyperthyreose und Hirnerkrankungen. Akut werden Antipsychotika eingesetzt, zur Phasenprophylaxe vor allem Lithium, daneben Valproat oder Lamotrigin. Antidepressiva ohne Stimmungsstabilisierer können eine Manie auslösen. Psychoedukation, das Erkennen von Frühwarnzeichen und ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus sind wichtige Säulen der Behandlung. Eine Manie kann erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen haben, weshalb eine frühe Behandlung wichtig ist.

💡 Nice to know

Die stimmungsstabilisierende Wirkung von Lithium entdeckte 1949 der australische Psychiater John Cade eher zufällig bei Versuchen mit Meerschweinchen. Lithium ist bis heute eines der wirksamsten Medikamente der Psychiatrie, obwohl es nur ein einfaches Salz ist.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.