Boerhaave-Syndrom
- ICD-10K22.3
- Thoraxchirurgie
- Gastroenterologie
- Speiseröhre
Auch bekannt als Spontane Ösophagusruptur · Ösophagusruptur · Barotrauma des Ösophagus · Spontanruptur der Speiseröhre
Beim Boerhaave-Syndrom reißt die gesamte Wand der Speiseröhre durch einen plötzlichen Druckanstieg, meist beim heftigen Erbrechen gegen eine geschlossene Glottis. Typische Betroffene sind Männer mittleren Alters nach üppigem Essen und Alkohol. Der Riss liegt fast immer links im distalen Ösophagus. Leitsymptom ist ein plötzlicher, stärkster retrosternaler oder epigastrischer Schmerz nach dem Erbrechen. Oft kommen Atemnot, ein Hautemphysem am Hals und rasch Fieber und Schock hinzu.
Im Röntgenbild oder CT finden sich ein Pneumomediastinum, häufig ein linksseitiger Pleuraerguss und Luft im Weichteilgewebe. Die Bestätigung gelingt mit einer Kontrastmitteldarstellung mit wasserlöslichem Kontrastmittel oder im CT. Im Gegensatz zum Mallory-Weiss-Syndrom, bei dem nur die Schleimhaut einreißt, ist die Ruptur transmural und führt zur Mediastinitis. Behandelt wird notfallmäßig mit Nahrungskarenz, Breitspektrumantibiotika und Verschluss des Defekts, chirurgisch oder endoskopisch mit Stent. Die Sterblichkeit steigt mit jeder Stunde Verzögerung.
💡 Nice to know
Herman Boerhaave beschrieb 1724 den Fall des niederländischen Admirals Baron Jan van Wassenaer. Er hatte nach einem Festmahl absichtlich erbrochen und starb am folgenden Tag. Boerhaave fand bei der Obduktion den Riss in der Speiseröhre.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.