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Bullöses Pemphigoid

  • ICD-10L12.0
  • Dermatologie
  • Haut

Auch bekannt als Pemphigoid · BP · Pemphigoid bullosa · Blasenbildendes Pemphigoid

Das bullöse Pemphigoid ist die häufigste blasenbildende Autoimmunerkrankung der Haut und betrifft vor allem Menschen über 70 Jahren. Autoantikörper richten sich gegen Strukturproteine der Basalmembran (BP180 und BP230), sodass sich die Oberhaut von der Lederhaut ablöst. Häufig beginnt die Erkrankung mit wochenlangem, starkem Juckreiz und ekzem- oder nesselsuchtartigen Hautveränderungen. Später entstehen pralle, stabile, mit klarer Flüssigkeit gefüllte Blasen auf geröteter oder normaler Haut, bevorzugt an Beugeseiten, Oberschenkeln und Bauch. Die Schleimhäute sind selten beteiligt.

Auslöser können Medikamente wie Gliptine (DPP-4-Hemmer) sein; häufig bestehen neurologische Begleiterkrankungen wie Demenz oder Parkinson. Die Diagnose wird durch eine Hautbiopsie gesichert: Die Histologie zeigt eine subepidermale Blase, die direkte Immunfluoreszenz lineare Ablagerungen von IgG und Komplement C3 an der Basalmembran; im Serum lassen sich Antikörper gegen BP180 und BP230 nachweisen. Behandelt wird mit stark wirksamem Kortison als Creme am ganzen Körper, bei ausgedehnter Erkrankung ergänzt durch Doxycyclin, Methotrexat oder neuere Antikörpertherapien. Die Erkrankung verläuft oft über Monate bis Jahre.

💡 Nice to know

Pemphigoid und Pemphigus werden leicht verwechselt. Als Merkhilfe gilt: Beim Pemphigus liegt die Spaltung in der Oberhaut, die Blasen sind schlaff und platzen sofort; beim Pemphigoid liegt sie unter der Oberhaut, daher sind die Blasen prall und stabil.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.