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Cauda-equina-Syndrom

  • ICD-10G83.4
  • Neurochirurgie
  • Orthopädie
  • Wirbelsäule
  • Rückenmark

Auch bekannt als Kaudasyndrom · Cauda-Syndrom · Konus-Kauda-Syndrom · Massenvorfall mit Kaudasyndrom

Beim Cauda-equina-Syndrom werden die Nervenwurzeln unterhalb des Rückenmarkendes im lumbalen Spinalkanal eingeengt. Häufigste Ursache ist ein großer medialer Bandscheibenvorfall, meist in Höhe L4/L5 oder L5/S1, seltener Tumoren, Blutungen, Abszesse oder Frakturen. Typisch sind Rückenschmerzen mit beidseitiger Ischialgie, Lähmungen der Beine, eine Reithosenanästhesie, also Gefühlsstörungen an Damm, Gesäß und Oberschenkelinnenseiten, sowie Blasen- und Mastdarmstörungen mit Harnverhalt, Überlaufinkontinenz oder Stuhlinkontinenz. Hinzu kommen Sexualfunktionsstörungen.

Die Untersuchung zeigt abgeschwächte oder fehlende Achillessehnenreflexe, einen verminderten Analsphinktertonus und oft einen großen Restharn in der Blasensonografie. Diagnostik der Wahl ist die sofortige MRT der Lendenwirbelsäule. Das Cauda-equina-Syndrom ist ein neurochirurgischer Notfall: Die operative Entlastung sollte so früh wie möglich erfolgen, da sonst bleibende Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörungen drohen. Schon der begründete Verdacht rechtfertigt die notfallmäßige Bildgebung.

💡 Nice to know

Der Name stammt vom Aussehen der Nervenwurzeln: Unterhalb des Rückenmarkendes verlaufen sie als langes Bündel durch den Spinalkanal und erinnern an einen Pferdeschweif, lateinisch „cauda equina“.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.