Chronisches Subduralhämatom
- ICD-10S06.5
- Neurochirurgie
- Neurologie
- Gehirn
Auch bekannt als Subduralhämatom · Chronische subdurale Blutung · cSDH · SDH
Das chronische Subduralhämatom ist eine Blutansammlung zwischen harter Hirnhaut und Spinnwebenhaut, die sich über Wochen langsam vergrößert. Ursache ist meist der Einriss von Brückenvenen nach einem oft bagatellartigen Kopfanprall, an den sich die Betroffenen nicht mehr erinnern. Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit Hirnatrophie, Patienten unter Gerinnungshemmern und Menschen mit Alkoholabhängigkeit. Die Symptome entwickeln sich schleichend: Kopfschmerzen, zunehmende Verwirrtheit, Wesensänderung, Gangstörung, leichte Halbseitenschwäche oder Sprachstörungen, die oft als Demenz oder Schlaganfall fehlgedeutet werden.
Die CT des Schädels zeigt eine sichelförmige, zum Gehirn hin konkav begrenzte Flüssigkeitsansammlung über der Hirnoberfläche, die im chronischen Stadium dunkler als das Hirngewebe erscheint. Anders als das Epiduralhämatom überschreitet sie die Schädelnähte. Symptomatische Hämatome werden meist über ein oder zwei Bohrlöcher entlastet und gespült, danach bleibt für einige Tage eine Drainage liegen. Kleine, symptomarme Hämatome können beobachtet werden. Rezidive sind häufig; die Embolisation der A. meningea media ist ein neueres Verfahren, um sie zu verhindern. Die Gerinnungshemmung muss individuell neu bewertet werden.
💡 Nice to know
Das chronische Subduralhämatom ist eine der wichtigsten behandelbaren Ursachen einer rasch fortschreitenden „Demenz“. Nach der Entlastung über ein kleines Bohrloch erholen sich manche Patienten innerhalb weniger Tage erstaunlich deutlich.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.