Clusterkopfschmerz
- ICD-10G44.0
- Neurologie
- Gehirn
Auch bekannt als Cluster-Kopfschmerz · Bing-Horton-Syndrom · Histaminkopfschmerz · Erythroprosopalgie
Der Clusterkopfschmerz gehört zu den trigeminoautonomen Kopfschmerzen und zählt zu den stärksten Schmerzen überhaupt. Betroffen sind häufiger Männer, oft Raucher. Die Attacken sind streng einseitig um das Auge und die Schläfe lokalisiert, dauern 15 bis 180 Minuten und treten bis zu achtmal täglich auf, auffallend häufig nachts zur gleichen Uhrzeit. Begleitend kommen auf der Schmerzseite ein tränendes, gerötetes Auge, eine laufende oder verstopfte Nase, ein hängendes Lid und eine enge Pupille hinzu. Anders als Migränepatienten sind die Betroffenen während der Attacke unruhig und laufen umher.
Die Attacken treten meist gehäuft über Wochen bis Monate auf, den sogenannten Cluster-Episoden, gefolgt von oft monatelangen beschwerdefreien Zeiten. Die Diagnose ist klinisch; eine MRT schließt beim ersten Auftreten symptomatische Ursachen aus. Akut helfen die Inhalation von 100 % Sauerstoff über eine Gesichtsmaske sowie Triptane als Nasenspray oder Spritze. Zur Prophylaxe während einer Episode wird Verapamil eingesetzt, überbrückend Prednisolon. Alkohol kann während einer Episode prompt eine Attacke auslösen.
💡 Nice to know
Reiner Sauerstoff, eine der einfachsten Therapien der Medizin, beendet viele Attacken innerhalb von etwa 15 Minuten. Viele Betroffene haben deshalb während einer Cluster-Episode eine Sauerstoffflasche neben dem Bett stehen.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.