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Distale Radiusfraktur

  • ICD-10S52.51
  • Unfallchirurgie
  • Knochen

Auch bekannt als Colles-Fraktur · Radiusfraktur loco typico · Distale Radiusextensionsfraktur · Handgelenksbruch · Speichenbruch

Die distale Radiusfraktur ist der häufigste Knochenbruch des Menschen. Meist entsteht sie durch einen Sturz auf die ausgestreckte, nach hinten überstreckte Hand; das körperferne Bruchstück kippt dabei nach dorsal ab (Extensionsfraktur, Colles-Fraktur). Betroffen sind vor allem Kinder und ältere Frauen mit Osteoporose, bei denen die Fraktur oft ein erstes Warnzeichen ist. Typisch sind starke Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks. Bei Verschiebung zeigt sich von der Seite eine Bajonett- oder Fourchettestellung.

Wichtig ist die Prüfung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität der Hand, da besonders der N. medianus verletzt oder komprimiert werden kann. Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen sichern die Diagnose, bei komplexen Gelenkfrakturen hilft eine CT. Nicht oder wenig verschobene, stabile Frakturen werden im Gips oder in einer Schiene ruhiggestellt. Instabile oder ins Gelenk reichende Frakturen werden meist operativ mit einer winkelstabilen Plattenosteosynthese versorgt. Bei älteren Patienten sollte nach der Fraktur eine Osteoporose abgeklärt und behandelt werden.

💡 Nice to know

Die Colles-Fraktur ist nach dem irischen Chirurgen Abraham Colles benannt, der sie 1814 beschrieb, also Jahrzehnte vor der Entdeckung der Röntgenstrahlen. Er erkannte sie allein an der typischen Fehlstellung des Handgelenks.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.