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Guillain-Barré-Syndrom

  • ICD-10G61.0
  • Neurologie
  • Periphere Nerven

Auch bekannt als GBS · AIDP · Akute inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie · Landry-Guillain-Barré-Strohl-Syndrom · Polyradikuloneuritis

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine akute, immunvermittelte Entzündung der peripheren Nerven und Nervenwurzeln, meist mit Demyelinisierung. In etwa zwei Dritteln der Fälle geht ein Atemwegs- oder Magen-Darm-Infekt voraus, am bekanntesten ist Campylobacter jejuni. Über molekulares Mimikry entstehen dabei Antikörper gegen Ganglioside der Nervenmembran. Typisch sind Missempfindungen und eine aufsteigende, symmetrische, schlaffe Lähmung mit erloschenen Muskeleigenreflexen. Häufig kommen Rückenschmerzen, Hirnnervenausfälle (besonders eine beidseitige Fazialisparese) und eine autonome Beteiligung mit Herzrhythmusstörungen und Blutdruckschwankungen hinzu.

Der Liquor zeigt typischerweise ein stark erhöhtes Eiweiß bei normaler Zellzahl (zytoalbuminäre Dissoziation). Die Neurografie bestätigt die Demyelinisierung. Abzugrenzen sind Myelitis transversa, Neuroborreliose, Botulismus, Myasthenia gravis und Elektrolytstörungen. Behandelt wird mit intravenösen Immunglobulinen oder Plasmapherese, Kortison hilft nicht. Weil bis zu einem Viertel der Betroffenen beatmet werden muss, wird die Vitalkapazität engmaschig überwacht. Die meisten erholen sich über Wochen bis Monate weitgehend.

💡 Nice to know

Beschrieben haben das Syndrom 1916 drei französische Militärärzte an zwei Soldaten: Georges Guillain, Jean-Alexandre Barré und André Strohl. Strohl hatte die elektrophysiologischen Untersuchungen gemacht, fiel aber später aus dem Eponym heraus.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.