Hodentorsion
- ICD-10N44.0
- Urologie
- Hoden
Auch bekannt als Samenstrangtorsion · Torsio testis · Hodendrehung · Hodenverdrehung
Bei der Hodentorsion dreht sich der Hoden um seinen Samenstrang, wodurch die Blutversorgung abgeschnürt wird. Am häufigsten betroffen sind Jugendliche in der Pubertät und Neugeborene. Begünstigt wird sie durch eine anatomisch zu lockere Aufhängung des Hodens. Typisch ist ein plötzlicher, heftiger Schmerz in einem Hoden, oft aus dem Schlaf heraus oder nach körperlicher Aktivität, mit Ausstrahlung in Leiste und Unterbauch, dazu Übelkeit und Erbrechen. Der Hoden ist geschwollen, sehr druckschmerzhaft und steht oft höher als auf der Gegenseite.
Der Kremasterreflex fehlt meist auf der betroffenen Seite, und das Anheben des Hodens lindert den Schmerz nicht (negatives Prehn-Zeichen), anders als bei einer Nebenhodenentzündung. Die Doppler-Sonografie kann eine fehlende Durchblutung zeigen, schließt eine Torsion aber nicht sicher aus. Bei klinischem Verdacht wird deshalb ohne Zeitverzug operativ freigelegt, der Hoden zurückgedreht und fixiert, vorsorglich auch der Gegenhoden. Nach mehr als etwa sechs Stunden sinkt die Chance, den Hoden zu erhalten, deutlich.
💡 Nice to know
Jugendliche verschweigen Hodenschmerzen aus Scham oft und klagen stattdessen über Bauchschmerzen. Deshalb gehört bei jedem Jungen mit akutem Unterbauchschmerz der Blick auf den Hoden zur Untersuchung.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.