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Hörsturz

  • ICD-10H91.2
  • HNO
  • Ohr

Auch bekannt als Idiopathischer Hörsturz · Akuter idiopathischer sensorineuraler Hörverlust · Plötzliche Taubheit · Sudden deafness

Der Hörsturz ist eine plötzlich, meist einseitig auftretende Innenohrschwerhörigkeit ohne erkennbare Ursache. Diskutiert werden Durchblutungsstörungen, Virusinfektionen und Autoimmunprozesse. Betroffen sind vor allem Menschen im mittleren Lebensalter. Typisch sind ein plötzlicher Hörverlust, oft morgens beim Aufwachen bemerkt, ein Druck- oder Wattegefühl im Ohr, Ohrgeräusche und manchmal ein pelziges Gefühl um die Ohrmuschel. Schwindel kann hinzukommen, Schmerzen fehlen typischerweise.

Wichtig ist die Abgrenzung von einer Schallleitungsstörung, etwa durch einen Ohrenschmalzpfropf oder einen Paukenerguss. Ohrmikroskopie, Stimmgabelversuche nach Weber und Rinne und ein Tonaudiogramm sichern die Innenohrschwerhörigkeit. Andere Ursachen wie ein Vestibularisschwannom, Borreliose, Morbus Menière oder ein Lärmtrauma werden ausgeschlossen, in der Regel auch mit einer MRT. Behandelt wird häufig mit Kortison, systemisch oder als Injektion durch das Trommelfell ins Mittelohr; der Nutzen ist allerdings nicht eindeutig belegt. Ein Teil der Hörstürze bildet sich auch spontan zurück, besonders leichte Formen im Tieftonbereich.

💡 Nice to know

Beim Weber-Versuch wird eine schwingende Stimmgabel auf den Scheitel gesetzt. Bei einem Hörsturz hören Betroffene den Ton im gesunden Ohr lauter, bei einem Ohrenschmalzpfropf dagegen im kranken Ohr. So lassen sich beide Ursachen ganz ohne Technik unterscheiden.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.