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Hydatidentorsion

  • ICD-10N44.8
  • Urologie
  • Pädiatrie
  • Hoden

Auch bekannt als Torsion der Appendix testis · Morgagni-Hydatidentorsion · Appendix-testis-Torsion · Torsion der Hydatide

Hydatiden sind kleine, gestielte embryonale Restgebilde am oberen Hodenpol (Appendix testis) oder am Nebenhoden (Appendix epididymidis). Dreht sich ein solches Anhängsel um seinen Stiel, wird es nicht mehr durchblutet und infarziert. Die Hydatidentorsion ist die häufigste Ursache eines akuten Skrotums bei Jungen vor der Pubertät, mit einem Gipfel zwischen 7 und 12 Jahren. Die Schmerzen beginnen meist etwas langsamer als bei der Hodentorsion und sind oft am oberen Hodenpol lokalisiert, Übelkeit und Erbrechen sind seltener.

Der Hoden selbst liegt normal, der Kremasterreflex ist meist erhalten. Manchmal schimmert die nekrotische Hydatide als bläulicher Punkt durch die Skrotalhaut. Die Dopplersonografie zeigt eine erhaltene Hodendurchblutung und eventuell eine kleine Raumforderung am oberen Pol. Lässt sich eine Hodentorsion nicht sicher ausschließen, wird operativ freigelegt und die Hydatide abgetragen. Bei eindeutigem Befund reicht eine konservative Therapie mit Schmerzmitteln, Schonung und Kühlung; die Beschwerden klingen innerhalb einer Woche ab.

💡 Nice to know

Das „Blue-dot-Zeichen“, der bläulich durchschimmernde Punkt am oberen Hodenpol, ist nahezu beweisend für eine Hydatidentorsion. Es ist allerdings nur bei einem kleineren Teil der Jungen sichtbar, vor allem früh im Verlauf, bevor die Schwellung zunimmt.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.