Hypertrophe Pylorusstenose
- ICD-10Q40.0
- Pädiatrie
- Viszeralchirurgie
- Magen
Auch bekannt als Pylorusstenose · Infantile hypertrophe Pylorusstenose · Pylorospasmus · IHPS
Bei der hypertrophen Pylorusstenose verdickt sich die Ringmuskulatur des Magenausgangs in den ersten Lebenswochen, sodass die Nahrung den Magen kaum noch verlassen kann. Jungen sind etwa viermal häufiger betroffen als Mädchen, oft Erstgeborene. Typisch beginnt die Erkrankung in der 3. bis 6. Lebenswoche mit schwallartigem, nicht galligem Erbrechen unmittelbar nach dem Trinken. Die Säuglinge sind danach sofort wieder hungrig, nehmen aber nicht zu, trocknen aus und verlieren Gewicht.
Durch das wiederholte Erbrechen von Magensäure entsteht eine hypochlorämische, hypokaliämische metabolische Alkalose. Manchmal ist der verdickte Pylorus als olivengroße Resistenz im rechten Oberbauch tastbar, und nach dem Trinken sind Magenperistaltikwellen sichtbar. Die Sonografie sichert die Diagnose über Wanddicke und Länge des Pylorus. Nach Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wird eine Pyloromyotomie nach Weber-Ramstedt durchgeführt, bei der die Muskulatur längs gespalten, die Schleimhaut aber geschont wird. Die Kinder können meist schon nach wenigen Stunden wieder trinken, die Prognose ist ausgezeichnet.
💡 Nice to know
Der deutsche Chirurg Conrad Ramstedt stellte 1911 fest, dass es genügt, die verdickte Muskulatur zu durchtrennen, ohne den Magen zu eröffnen. Aus einer riskanten Operation wurde so einer der erfolgreichsten Eingriffe der Kinderchirurgie.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
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