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Hypoglykämie

  • ICD-10E16.2
  • Endokrinologie
  • Notfallmedizin
  • Blut
  • Gehirn

Auch bekannt als Unterzuckerung · Unterzucker · Hypo · Hypoglykämischer Schock · Hypoglykämisches Koma

Eine Hypoglykämie liegt bei einem Blutzucker unter 70 mg/dl vor, klinisch relevant meist unter 54 mg/dl. Häufigste Ursache ist die Therapie eines Diabetes mellitus mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen, etwa bei ausgelassener Mahlzeit, ungewohnter Belastung, Alkohol oder Niereninsuffizienz. Seltener sind Insulinome, Nebenniereninsuffizienz, Leberversagen oder eine Überdosierung. Zuerst treten adrenerge Warnzeichen auf: Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Heißhunger und Unruhe. Bei weiterem Abfall folgen neuroglykopene Symptome wie Verwirrtheit, Wesensänderung, Sprachstörungen, fokale Ausfälle, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit.

Bei jedem Patienten mit Bewusstseinsstörung oder neurologischen Ausfällen muss sofort der Blutzucker gemessen werden, da eine Hypoglykämie einen Schlaganfall, eine Intoxikation oder eine Psychose imitieren kann. Bei erhaltenem Bewusstsein gibt man 15 bis 20 g schnell wirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder Saft, bei Bewusstlosigkeit Glukose intravenös oder Glukagon intramuskulär bzw. nasal. Nach Sulfonylharnstoffen muss wegen langer Wirkdauer stationär überwacht werden. Anschließend werden Auslöser und Therapie überprüft.

💡 Nice to know

Häufige Unterzuckerungen stumpfen die Warnsymptome ab. Diese „Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung“ ist gefährlich, weil Betroffene direkt bewusstlos werden können, lässt sich aber durch einige Wochen konsequentes Vermeiden von Unterzuckerungen oft wieder bessern.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.