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IgA-Vaskulitis

  • ICD-10D69.0
  • Pädiatrie
  • Rheumatologie
  • Gefäße
  • Haut

Auch bekannt als Purpura Schönlein-Henoch · Schönlein-Henoch-Purpura · Purpura Schoenlein-Henoch · Anaphylaktoide Purpura

Die IgA-Vaskulitis ist die häufigste Vaskulitis im Kindesalter; betroffen sind meist Kinder zwischen drei und zehn Jahren, oft einige Tage bis Wochen nach einem Infekt der oberen Atemwege. Ablagerungen IgA-haltiger Immunkomplexe führen zu einer Entzündung kleiner Blutgefäße in Haut, Gelenken, Darm und Nieren. Leitsymptom ist eine tastbare Purpura, also erhabene rote bis violette Einblutungen, die sich nicht wegdrücken lassen, vor allem an Beinen, Füßen und Gesäß. Hinzu kommen Schmerzen und Schwellungen der Sprung- und Kniegelenke sowie kolikartige Bauchschmerzen, manchmal mit Blut im Stuhl.

Die Thrombozytenzahl ist normal, was die Purpura von einer Gerinnungsstörung abgrenzt. Wichtig ist die Kontrolle des Urins auf Blut und Eiweiß über mehrere Monate, da eine Nierenbeteiligung auch verzögert auftreten kann und die Langzeitprognose bestimmt. Eine gefürchtete Komplikation am Darm ist die Invagination. Die Diagnose ist klinisch, eine Hautbiopsie zeigt IgA-Ablagerungen in den Gefäßwänden. Behandelt wird meist symptomatisch mit Schmerzmitteln und Schonung; bei starken Bauchschmerzen oder Nierenbeteiligung werden Glukokortikoide und gegebenenfalls Immunsuppressiva eingesetzt. Bei Kindern heilt die Erkrankung meist innerhalb weniger Wochen folgenlos aus, Erwachsene haben häufiger schwere Nierenverläufe.

💡 Nice to know

Die Erkrankung trägt die Namen von Johann Lukas Schönlein und seinem Schüler Eduard Henoch. Schönlein gehörte im 19. Jahrhundert zu den ersten Professoren, die ihre klinischen Vorlesungen auf Deutsch statt auf Latein hielten.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.