Immunthrombozytopenie
- ICD-10D69.3
- Hämatologie
- Blut
Auch bekannt als ITP · Idiopathische thrombozytopenische Purpura · Morbus Werlhof · Autoimmunthrombozytopenie
Bei der Immunthrombozytopenie bildet das Immunsystem Antikörper gegen die eigenen Blutplättchen, die daraufhin vor allem in der Milz abgebaut werden; zusätzlich ist die Plättchenbildung im Knochenmark gehemmt. Bei Kindern tritt die Erkrankung meist akut wenige Wochen nach einem Virusinfekt auf und heilt oft spontan, bei Erwachsenen verläuft sie häufiger chronisch. Typisch sind Blutungszeichen an Haut und Schleimhäuten: punktförmige Einblutungen (Petechien), besonders an den Unterschenkeln, blaue Flecken, Nasen- und Zahnfleischbluten sowie verstärkte Menstruationsblutungen, bei sonst gutem Allgemeinzustand.
Das Blutbild zeigt eine isolierte Thrombozytopenie; Leukozyten und Hämoglobin sind normal, eine Pseudothrombozytopenie durch EDTA muss ausgeschlossen werden. Die ITP ist eine Ausschlussdiagnose; abzugrenzen sind unter anderem Medikamente, HIV, Hepatitis C, Lupus, Lymphome und Knochenmarkerkrankungen. Behandelt wird nicht nach der Zahl, sondern nach der Blutungsneigung, meist erst bei sehr niedrigen Werten. Erstlinientherapie sind Glukokortikoide, bei akuter Blutung zusätzlich Immunglobuline. In chronischen Fällen kommen Thrombopoetin-Rezeptor-Agonisten, Rituximab oder die Entfernung der Milz infrage.
💡 Nice to know
Der Name „Morbus Werlhof“ geht auf den Hannoveraner Arzt Paul Gottlieb Werlhof zurück, der die Erkrankung um 1735 als „Blutfleckenkrankheit“ beschrieb. Die Milzentfernung als Therapie wurde 1916 in Prag erstmals erfolgreich eingesetzt.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.