Infektiöse Mononukleose
- ICD-10B27.0
- Infektiologie
- Lymphknoten
- Rachen
Auch bekannt als Pfeiffersches Drüsenfieber · EBV-Infektion · Kusskrankheit · Mononucleosis infectiosa · Epstein-Barr-Virus-Infektion
Die infektiöse Mononukleose wird durch das Epstein-Barr-Virus verursacht, ein Herpesvirus, das über Speichel übertragen wird. Im Kindesalter verläuft die Infektion meist unbemerkt, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen dagegen häufig mit dem typischen Krankheitsbild. Nach einer Inkubationszeit von mehreren Wochen treten Fieber, starke Halsschmerzen mit geschwollenen Mandeln und grauweißen Belägen, ausgeprägte Lymphknotenschwellungen besonders am Hals und große Müdigkeit auf. Häufig sind Milz und Leber vergrößert, manchmal treten Lidödeme und ein Ausschlag auf.
Das Blutbild zeigt eine Lymphozytose mit atypischen, reaktiven Lymphozyten, den Pfeiffer-Zellen; oft sind die Transaminasen leicht erhöht. Gesichert wird die Diagnose über EBV-spezifische Antikörper, insbesondere VCA-IgM, oder einen Schnelltest auf heterophile Antikörper. Die Behandlung ist symptomatisch mit Schonung, Flüssigkeit und Schmerzmitteln. Wegen der Gefahr einer Milzruptur sollte für mehrere Wochen auf Kontaktsport verzichtet werden. Die Müdigkeit kann Wochen bis Monate anhalten, das Virus verbleibt lebenslang im Körper.
💡 Nice to know
Wird eine Mononukleose als bakterielle Angina verkannt und mit Ampicillin oder Amoxicillin behandelt, entwickeln viele Betroffene einen ausgeprägten Hautausschlag. Er ist keine echte Penicillinallergie, führt aber oft fälschlicherweise zu einem lebenslangen Allergievermerk.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.