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Inkarzerierte Leistenhernie

  • ICD-10K40.30
  • Viszeralchirurgie
  • Bauchwand
  • Darm

Auch bekannt als Eingeklemmter Leistenbruch · Inkarzerierte Inguinalhernie · Eingeklemmte Leistenhernie · Leistenhernie mit Einklemmung

Leistenhernien sind die häufigsten Bauchwandbrüche und betreffen überwiegend Männer. Bei der indirekten Hernie tritt der Bruchsack durch den inneren Leistenring in den Leistenkanal, bei der direkten Hernie durch die Hinterwand des Leistenkanals medial der epigastrischen Gefäße. Meist fallen sie als schmerzlose Vorwölbung auf, die sich im Liegen zurückzieht. Bei einer Inkarzeration wird Bruchinhalt, oft Darm oder Netz, im Bruchring eingeklemmt: Die Vorwölbung ist plötzlich prall, schmerzhaft, gerötet und lässt sich nicht mehr zurückdrängen; hinzu kommen Zeichen eines Darmverschlusses.

Die Diagnose ist klinisch, Ultraschall oder CT helfen bei unklaren Befunden. Eine Inkarzeration ist ein Notfall, da der eingeklemmte Darm innerhalb weniger Stunden absterben kann. Ein vorsichtiger Repositionsversuch ist nur bei kurzer Dauer und fehlenden Peritonitiszeichen erlaubt; sonst wird sofort operiert, der Darm auf Vitalität geprüft und gegebenenfalls reseziert. Die Bruchlücke wird anschließend meist mit einem Kunststoffnetz verschlossen, offen nach Lichtenstein oder minimalinvasiv. Kinder haben fast immer indirekte Hernien; bei Frauen sind Schenkelhernien häufiger, die besonders oft einklemmen.

💡 Nice to know

Die Leistenhernienoperation zählt in Deutschland zu den häufigsten Operationen überhaupt. Männer sind um ein Vielfaches häufiger betroffen als Frauen, weil der Hoden bei seinem Abstieg einen Weg durch die Bauchwand hinterlässt.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.