Invagination im Kindesalter
- ICD-10K56.1
- Pädiatrie
- Viszeralchirurgie
- Darm
Auch bekannt als Invagination · Intussuszeption · Ileokolische Invagination · Darmeinstülpung
Bei der Invagination stülpt sich ein Darmabschnitt in den nachfolgenden ein, meist das terminale Ileum in das Kolon. Die mitgezogenen Gefäße werden gestaut, der Darm schwillt an und kann ohne Behandlung absterben. Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 3. Lebensjahr; meist findet sich kein Auslöser, manchmal vergrößerte Lymphknoten nach einem Virusinfekt. Typisch sind plötzliche, krampfartige Schmerzattacken, bei denen das Kind schreit und die Beine anzieht; dazwischen ist es auffallend blass und apathisch. Hinzu kommen Erbrechen und später blutig-schleimiger Stuhl.
Oft ist im rechten Oberbauch eine walzenförmige Resistenz zu tasten. Die Sonografie ist Methode der Wahl und zeigt im Querschnitt die typische Kokarde, das sogenannte Target-Zeichen. Bei stabilen Kindern ohne Peritonitis wird die Invagination unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle hydrostatisch oder pneumatisch über einen Einlauf zurückgedrängt, was in den meisten Fällen gelingt. Bei Misserfolg, Perforation oder Peritonitis ist eine Operation nötig. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sollte nach einem Leitpunkt wie einem Meckel-Divertikel, einem Polypen oder einem Tumor gesucht werden.
💡 Nice to know
Der blutig-schleimige Stuhl bei Invagination wird klassisch als „Johannisbeergelee-Stuhl“ beschrieben. Er ist allerdings ein spätes Zeichen; wer auf ihn wartet, verliert wertvolle Zeit.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.