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Karpaltunnelsyndrom

  • ICD-10G56.0
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Hand
  • Periphere Nerven

Auch bekannt als KTS · CTS · Medianuskompressionssyndrom · Brachialgia paraesthetica nocturna

Beim Karpaltunnelsyndrom wird der N. medianus unter dem Retinaculum flexorum im Karpaltunnel eingeengt. Es ist das häufigste Nervenkompressionssyndrom und betrifft vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Begünstigt wird es durch Schwangerschaft, Hypothyreose, Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis, Dialyse, Handgelenksfrakturen und Überlastung. Typisch sind Kribbeln und Taubheit an Daumen, Zeige- und Mittelfinger, vor allem nachts, sodass Betroffene aufwachen und die Hand ausschütteln. Später folgen Ungeschicklichkeit, Kraftverlust beim Greifen und ein Schwund der Daumenballenmuskulatur.

Klinisch lassen sich die Beschwerden durch Beklopfen des Karpaltunnels (Hoffmann-Tinel-Zeichen) oder maximale Beugung im Handgelenk (Phalen-Test) auslösen. Gesichert wird die Diagnose durch die Elektroneurografie mit verlängerter distaler motorischer Latenz und verlangsamter sensibler Nervenleitgeschwindigkeit; die Nervensonografie ergänzt. Leichte Formen werden mit einer nächtlichen Handgelenksschiene und gegebenenfalls einer Kortikoidinjektion behandelt. Bei Muskelschwund, anhaltender Taubheit oder Versagen der konservativen Therapie wird das Retinaculum operativ gespalten, offen oder endoskopisch. Der Eingriff gehört zu den häufigsten in der Handchirurgie.

💡 Nice to know

In der Schwangerschaft tritt ein Karpaltunnelsyndrom durch Wassereinlagerungen besonders häufig auf. Es bildet sich nach der Geburt meist von selbst zurück, sodass hier fast nie operiert werden muss.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.