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Kawasaki-Syndrom

  • ICD-10M30.3
  • Pädiatrie
  • Gefäße
  • Herz

Auch bekannt als Kawasaki-Krankheit · Morbus Kawasaki · Mukokutanes Lymphknotensyndrom · Kawasaki disease

Das Kawasaki-Syndrom ist eine akute Vaskulitis mittelgroßer Arterien unklarer Ursache, die fast ausschließlich Kinder unter fünf Jahren betrifft. Leitsymptom ist hohes Fieber über mindestens fünf Tage, das auf Antibiotika nicht anspricht. Hinzu kommen eine beidseitige Bindehautrötung ohne Eiter, gerötete, rissige Lippen und eine Himbeerzunge, ein vielgestaltiger Hautausschlag am Rumpf, Rötung und Schwellung von Handflächen und Fußsohlen und eine meist einseitige Lymphknotenschwellung am Hals. In der zweiten bis dritten Krankheitswoche schuppt sich die Haut an Finger- und Zehenspitzen.

Die Diagnose ist klinisch; im Labor finden sich erhöhte Entzündungswerte, Leukozytose, Anämie und später eine ausgeprägte Thrombozytose. Wichtigste Komplikation sind Aneurysmen der Herzkranzgefäße, die zu Herzinfarkten führen können; deshalb erfolgen Echokardiografien bei Diagnose und im Verlauf. Behandelt wird mit intravenösen Immunglobulinen und Acetylsalicylsäure, die das Risiko für Koronaraneurysmen deutlich senken, am besten innerhalb der ersten zehn Krankheitstage. Bei Therapieversagen oder hohem Risiko werden zusätzlich Glukokortikoide eingesetzt. In Industrieländern ist das Kawasaki-Syndrom die häufigste Ursache erworbener Herzerkrankungen bei Kindern.

💡 Nice to know

ASS ist bei Kindern wegen des Risikos eines Reye-Syndroms normalerweise tabu. Das Kawasaki-Syndrom ist eine der wenigen Ausnahmen, in denen Kinder das Medikament gezielt erhalten.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.