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Lungenabszess

  • ICD-10J85.2
  • Pneumologie
  • Infektiologie
  • Lunge

Auch bekannt als Abszess der Lunge · Aspirationsabszess · Pulmonaler Abszess · Einschmelzende Pneumonie

Ein Lungenabszess ist eine umschriebene, eitrig eingeschmolzene Höhle im Lungengewebe. Meist entsteht er nach Aspiration von Mundflora mit anaeroben Bakterien, begünstigt durch Bewusstseinsstörungen, Alkoholabusus, Schluckstörungen und schlechten Zahnstatus. Seltener entwickelt er sich aus einer nekrotisierenden Pneumonie, etwa durch Staphylococcus aureus oder Klebsiellen, oder hinter einem stenosierenden Tumor. Typisch sind Fieber, Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und reichlich übelriechendes, eitriges Sputum, das oft schubweise abgehustet wird.

Im Röntgenbild oder CT zeigt sich eine dickwandige Höhle mit Luft-Flüssigkeits-Spiegel, nach Aspiration bevorzugt in den posterioren Oberlappensegmenten und den apikalen Unterlappensegmenten. Abzugrenzen sind Tuberkulose, ein zerfallendes Bronchialkarzinom und eine Granulomatose mit Polyangiitis. Behandelt wird über mehrere Wochen antibiotisch mit anaerobierwirksamen Substanzen wie Ampicillin-Sulbactam. Eine Bronchoskopie hilft bei Verdacht auf Fremdkörper oder Tumor, eine Drainage oder Operation ist nur selten nötig.

💡 Nice to know

Aspirationsabszesse liegen häufiger rechts, weil der rechte Hauptbronchus steiler, kürzer und weiter ist als der linke. Aspiriertes Material folgt deshalb bevorzugt diesem Weg.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.