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Lungentuberkulose

  • ICD-10A15.0
  • Infektiologie
  • Pneumologie
  • Lunge

Auch bekannt als Tuberkulose · Tbc · TB · Offene Lungentuberkulose · Postprimäre Tuberkulose · Schwindsucht

Die Tuberkulose ist eine chronische Infektion mit Mycobacterium tuberculosis, die über Tröpfchenkerne von Mensch zu Mensch übertragen wird. Nach der Erstinfektion kapselt das Immunsystem die Erreger in Granulomen mit zentraler Verkäsung ein. Die meisten Infizierten bleiben latent infiziert und werden nie krank. Bei Abwehrschwäche, etwa durch HIV, Diabetes, Mangelernährung, Alkohol oder TNF-alpha-Blocker, kann die Infektion reaktivieren. Die postprimäre Lungentuberkulose betrifft bevorzugt die gut belüfteten Oberlappen, dort zerfällt verkästes Gewebe zu Kavernen. Typisch sind chronischer Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, subfebrile Temperaturen und später Hämoptysen.

Hinweisend sind Oberlappeninfiltrate mit Kavernen im Röntgenbild. Gesichert wird die Diagnose mikrobiologisch über säurefeste Stäbchen im Sputum, PCR und Kultur, die auch die Resistenztestung ermöglicht. IGRA und Tuberkulin-Hauttest zeigen nur eine Infektion an, keine aktive Erkrankung. Abzugrenzen sind Bronchialkarzinom, Lungenabszess, Sarkoidose und Granulomatose mit Polyangiitis. Die Standardtherapie dauert sechs Monate: zwei Monate Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol, danach vier Monate Isoniazid und Rifampicin. Offene Tuberkulose wird isoliert, ist in Deutschland meldepflichtig und erfordert eine Umgebungsuntersuchung.

💡 Nice to know

Robert Koch stellte die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers am 24. März 1882 in Berlin vor. Deshalb ist der 24. März heute der Welttuberkulosetag.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.