Malaria tropica
- ICD-10B50.9
- Infektiologie
- Blut
Auch bekannt als Malaria · Falciparum-Malaria · Plasmodium-falciparum-Infektion · Tropenfieber
Die Malaria tropica wird durch den Parasiten Plasmodium falciparum verursacht und von der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen, vor allem in Afrika südlich der Sahara. Sie ist die gefährlichste Form der Malaria. Die Parasiten vermehren sich zunächst in der Leber und befallen dann die roten Blutkörperchen. Nach einer Inkubationszeit von meist ein bis vier Wochen kommt es zu hohem Fieber, oft ohne regelmäßigen Rhythmus, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Unbehandelt kann sie innerhalb weniger Tage zu Bewusstseinsstörungen, Nierenversagen, Lungenödem, schwerer Anämie und zum Tod führen.
Jedes Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Malaria. Die Diagnose wird durch den mikroskopischen Nachweis der Parasiten im Dicken Tropfen und im Blutausstrich gestellt, ergänzt durch Schnelltests; ein einzelner negativer Befund schließt sie nicht aus. Im Labor fallen häufig Thrombozytopenie, erhöhte LDH und Hämolysezeichen auf. Komplizierte Formen werden stationär mit intravenösem Artesunat behandelt, unkomplizierte mit oralen Kombinationen wie Artemether-Lumefantrin oder Atovaquon-Proguanil. Reisende sollten sich vor Mückenstichen schützen und je nach Gebiet eine medikamentöse Prophylaxe einnehmen.
💡 Nice to know
Der Wirkstoff Artemisinin stammt aus dem Einjährigen Beifuß, der in der traditionellen chinesischen Medizin gegen Fieber eingesetzt wurde. Die Pharmakologin Tu Youyou stieß beim Studium alter Texte auf die Pflanze und erhielt 2015 dafür den Nobelpreis.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.