Masern
- ICD-10B05.9
- Infektiologie
- Pädiatrie
- Haut
- Atemwege
Auch bekannt als Morbilli · Masernvirusinfektion · Measles
Masern werden durch das Masernvirus verursacht, eines der ansteckendsten Viren überhaupt; es wird per Tröpfchen und Aerosol übertragen. Ungeimpfte erkranken nach Kontakt fast immer. Nach etwa ein bis zwei Wochen beginnt die Erkrankung mit einem katarrhalischen Vorstadium: Fieber, Schnupfen, trockener Husten und Bindehautentzündung mit Lichtscheu. An der Wangenschleimhaut erscheinen kalkspritzerartige weiße Flecken, die Koplik-Flecken. Nach einigen Tagen folgt mit erneutem Fieberanstieg ein großfleckiger, zusammenfließender Ausschlag, der hinter den Ohren beginnt und sich über den ganzen Körper ausbreitet.
Die Diagnose wird durch Nachweis von Masern-IgM-Antikörpern oder Virus-RNA per PCR aus Rachenabstrich oder Urin gesichert. Häufige Komplikationen sind Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Durchfall; selten sind die akute Masernenzephalitis und Jahre später die tödliche subakute sklerosierende Panenzephalitis. Die Infektion schwächt das Immunsystem über lange Zeit. Eine spezifische Therapie gibt es nicht; behandelt wird symptomatisch, Vitamin A kann bei Kindern schwere Verläufe verringern. Schutz bietet die zweimalige Impfung, die in Deutschland seit 2020 für Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen verpflichtend nachzuweisen ist. Masern sind meldepflichtig.
💡 Nice to know
Masern löschen einen Teil des immunologischen Gedächtnisses: Nach einer Erkrankung gehen Antikörper gegen andere, früher durchgemachte Infektionen verloren. Diese „Immunamnesie“ erklärt, warum Kinder nach Masern noch lange anfälliger für andere Infekte sind.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.