Migräne
- ICD-10G43.9
- Neurologie
- Gehirn
Auch bekannt als Migräne mit Aura · Migräne ohne Aura · Migräneattacke · Migraine · Hemikranie
Die Migräne ist eine häufige primäre Kopfschmerzerkrankung, Frauen sind etwa dreimal so oft betroffen wie Männer. Pathophysiologisch spielen eine Aktivierung des trigeminovaskulären Systems mit Freisetzung von CGRP und bei der Aura eine sich ausbreitende kortikale Depolarisationswelle eine Rolle. Die Attacke dauert 4 bis 72 Stunden, der Schmerz ist meist einseitig, pulsierend, mittel bis stark und verstärkt sich bei körperlicher Aktivität. Typische Begleiter sind Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit.
Etwa ein Viertel der Betroffenen erlebt eine Aura, meist visuell mit Flimmerskotomen oder Zickzacklinien, die sich über 5 bis 60 Minuten entwickelt und vollständig zurückbildet. Die Diagnose ist klinisch; Bildgebung braucht es nur bei Warnzeichen wie erstmaligem, ungewohnt schwerem Kopfschmerz, neurologischen Defiziten oder Beginn im höheren Alter. Akut helfen NSAR, Paracetamol oder Triptane, bei Übelkeit ergänzt durch Antiemetika. Bei häufigen Attacken kommen Prophylaktika wie Betablocker, Topiramat, Amitriptylin oder CGRP-Antikörper infrage.
💡 Nice to know
Viele Patienten spüren Stunden bis Tage vor dem Kopfschmerz eine Prodromalphase mit Gähnen, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen. Die Lust auf Schokolade ist also oft kein Auslöser der Migräne, sondern bereits ihr erstes Symptom.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.