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Minimal-Change-Glomerulopathie

  • ICD-10N04.0
  • Nephrologie
  • Pädiatrie
  • Niere

Auch bekannt als Minimal-Change-Nephropathie · Minimal-Change-Glomerulonephritis · Lipoidnephrose · Minimal-Change-Disease · MCD

Die Minimal-Change-Glomerulopathie ist die häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms im Kindesalter, tritt aber auch bei Erwachsenen auf. Durch eine vermutlich immunologisch vermittelte Störung der Podozyten wird der glomeruläre Filter für Eiweiß durchlässig. Das nephrotische Syndrom umfasst eine große Proteinurie über 3,5 g pro Tag, Hypalbuminämie, Ödeme und Hyperlipidämie. Die Kinder fallen typischerweise mit geschwollenen Augenlidern am Morgen, später mit Beinödemen, Aszites, Gewichtszunahme und schäumendem Urin auf, oft nach einem Infekt.

Im Urin findet sich eine massive, selektive Proteinurie ohne relevante Hämaturie; das Serumalbumin ist stark erniedrigt, das Cholesterin erhöht. Lichtmikroskopisch sind die Glomeruli unauffällig, erst die Elektronenmikroskopie zeigt die Verschmelzung der Podozytenfortsätze. Bei Kindern wird wegen der Häufigkeit ohne Biopsie direkt mit Prednisolon behandelt, ein Ansprechen stützt die Diagnose. Die große Mehrzahl der Kinder spricht auf Steroide an, Rezidive sind aber häufig. Komplikationen sind Thrombosen durch den Verlust gerinnungshemmender Proteine und Infektionen.

💡 Nice to know

Der Name ist wörtlich zu nehmen: Unter dem normalen Lichtmikroskop sieht die Niere praktisch gesund aus. Erst mit dem Elektronenmikroskop werden die verschmolzenen Fußfortsätze der Podozyten sichtbar, die den massiven Eiweißverlust erklären.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.