Morbus Crohn
- ICD-10K50.9
- Gastroenterologie
- Darm
Auch bekannt als Crohn-Krankheit · Ileitis terminalis · Enteritis regionalis · Crohn
Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After befallen kann, am häufigsten das terminale Ileum. Die Entzündung durchsetzt alle Wandschichten und tritt diskontinuierlich auf, mit gesunden Abschnitten zwischen den Herden. Die Erkrankung beginnt meist im jungen Erwachsenenalter; Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor. Typisch sind chronische, meist unblutige Durchfälle, Schmerzen im rechten Unterbauch, Gewichtsverlust sowie Fisteln oder Abszesse im Analbereich; der erste Schub kann eine Appendizitis imitieren.
Außerhalb des Darms können Gelenke, Haut (Erythema nodosum), Augen und Gallenwege mitbetroffen sein. Diagnostisch wichtig sind Calprotectin im Stuhl, die Ileokoloskopie mit Biopsien, in denen sich epitheloidzellige Granulome finden können, und die MR-Enterografie für den Dünndarm. Endoskopisch zeigt sich ein Pflastersteinrelief mit Aphthen und fissuralen Ulzera. Behandelt wird im Schub mit Glukokortikoiden, zur Erhaltung mit Immunsuppressiva wie Azathioprin oder mit Biologika. Da Stenosen und Fisteln häufig sind, benötigen viele Patienten im Verlauf eine Operation, bei der möglichst darmsparend vorgegangen wird.
💡 Nice to know
Die Erkrankung wurde 1932 von Burrill Crohn gemeinsam mit Leon Ginzburg und Gordon Oppenheimer beschrieben. Dass sie ausgerechnet Crohns Namen trägt, verdankt sie wohl vor allem der alphabetischen Reihenfolge der Autoren.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.