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Morbus Menière

  • ICD-10H81.0
  • HNO
  • Ohr

Auch bekannt als Menière-Krankheit · Menière-Syndrom · Endolymphatischer Hydrops · Morbus Meniere

Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, der ein endolymphatischer Hydrops zugrunde liegt, also eine Überdehnung des mit Endolymphe gefüllten Innenohrsystems; die genaue Ursache ist unbekannt. Er beginnt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, zunächst meist einseitig. Typisch ist die Trias aus anfallsartigem Drehschwindel über 20 Minuten bis mehrere Stunden mit Übelkeit und Erbrechen, einseitigem, schwankendem Hörverlust vor allem im Tieftonbereich und Ohrgeräuschen. Viele Patienten spüren vor dem Anfall ein Druck- oder Völlegefühl im betroffenen Ohr.

Während der Attacke zeigt sich ein horizontaler Nystagmus. Das Tonaudiogramm zeigt eine Innenohrschwerhörigkeit, anfangs im Tieftonbereich und zwischen den Anfällen teilweise rückläufig. Die Diagnose ist klinisch; MRT, Hörtests und Gleichgewichtsprüfungen schließen andere Ursachen wie ein Vestibularisschwannom aus. Im Anfall helfen Antiemetika und Antivertiginosa. Zur Vorbeugung werden Betahistin, eine kochsalzarme Ernährung oder Kortisoninjektionen ins Mittelohr eingesetzt; bei häufigen, therapieresistenten Anfällen kann das Gleichgewichtsorgan mit Gentamicin gezielt ausgeschaltet werden. Im Verlauf bleibt häufig eine dauerhafte Hörminderung.

💡 Nice to know

Prosper Menière zeigte 1861 als Erster, dass Schwindelanfälle aus dem Innenohr und nicht aus dem Gehirn stammen können. Bis dahin galten solche Anfälle meist als eine Form von Schlaganfall oder Epilepsie.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.