Morbus Perthes
- ICD-10M91.1
- Orthopädie
- Pädiatrie
- Knochen
Auch bekannt als Legg-Calvé-Perthes-Krankheit · Perthes-Krankheit · Juvenile Hüftkopfnekrose · Osteochondrosis deformans coxae juvenilis
Morbus Perthes ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes im Kindesalter, die zu einer vorübergehenden Knochennekrose führt. Betroffen sind vor allem Jungen zwischen 4 und 8 Jahren, meist einseitig; die Ursache ist unklar. Die Kinder hinken, oft schmerzlos oder mit belastungsabhängigen Schmerzen, die nicht selten ins Knie ausstrahlen, weshalb die Hüfte als Ursache übersehen werden kann. Bei der Untersuchung sind besonders Innenrotation und Abspreizung im Hüftgelenk eingeschränkt.
Im Röntgenbild der Hüfte zeigen sich stadienabhängig Verdichtung, Fragmentation, Wiederaufbau und Ausheilung des Hüftkopfes; die MRT erkennt die Erkrankung früher. Ziel der Behandlung ist, dass der Hüftkopf während des Umbaus rund bleibt und gut in der Pfanne zentriert ist. Bei jüngeren Kindern mit geringem Befall genügen oft Beobachtung, Physiotherapie und das Vermeiden von Stoßbelastungen. Bei älteren Kindern und ausgedehntem Befall kommen operative Umstellungen an Oberschenkel oder Becken infrage. Je jünger das Kind bei Erkrankungsbeginn, desto besser ist die Prognose; ein deformierter Hüftkopf erhöht das Risiko einer frühen Arthrose.
💡 Nice to know
Die Erkrankung wurde 1910 fast zeitgleich von drei Ärzten in drei Ländern beschrieben: Arthur Legg in den USA, Jacques Calvé in Frankreich und Georg Perthes in Deutschland. Möglich wurde die Entdeckung erst durch die damals noch junge Röntgentechnik.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.