Multiple Sklerose
- ICD-10G35.9
- Neurologie
- Gehirn
- Rückenmark
Auch bekannt als MS · Encephalomyelitis disseminata · ED · Schubförmig remittierende MS · RRMS
Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Myelinscheiden und Axone in Gehirn, Rückenmark und Sehnerven geschädigt werden. Sie beginnt meist zwischen 20 und 40 Jahren und betrifft Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Typisch ist ein schubförmiger Verlauf mit neurologischen Ausfällen, die sich über Tage entwickeln und teilweise zurückbilden. Häufige Erstsymptome sind eine Optikusneuritis mit schmerzhaftem Sehverlust, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, Doppelbilder, Gangunsicherheit und Blasenstörungen. Auch Fatigue ist sehr häufig.
Die Diagnose stützt sich auf die McDonald-Kriterien: Herde in der MRT, die räumlich und zeitlich disseminiert sind, ergänzt durch oligoklonale Banden im Liquor. Akute Schübe werden mit hochdosiertem Methylprednisolon behandelt, bei unzureichender Wirkung mit Plasmapherese. Zur Langzeittherapie stehen verlaufsmodifizierende Medikamente wie Interferone, Glatirameracetat, Fumarate, S1P-Modulatoren oder Anti-CD20-Antikörper zur Verfügung. Viele Betroffene führen damit über Jahrzehnte ein weitgehend selbstständiges Leben.
💡 Nice to know
Jean-Martin Charcot beschrieb im 19. Jahrhundert die nach ihm benannte Trias aus Nystagmus, Intentionstremor und skandierender Sprache. Sie gilt heute als typisch für fortgeschrittene Kleinhirnbeteiligung, tritt aber nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen vollständig auf.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.