Neuroborreliose
- ICD-10A69.2
- Neurologie
- Infektiologie
- Periphere Nerven
- Hirnnerven
Auch bekannt als Lyme-Neuroborreliose · Bannwarth-Syndrom · Meningoradikulitis Bannwarth · Borreliose · Lyme-Borreliose
Die Neuroborreliose ist eine Manifestation der Lyme-Borreliose, einer durch Zecken übertragenen Infektion mit Borrelia burgdorferi sensu lato. Sie tritt meist Wochen nach dem Stich auf, an den sich viele Betroffene nicht erinnern. Bei Erwachsenen ist das Bannwarth-Syndrom typisch: brennende, nachts betonte radikuläre Schmerzen, gefolgt von asymmetrischen schlaffen Lähmungen und Hirnnervenausfällen, besonders einer ein- oder beidseitigen Fazialisparese. Bei Kindern zeigen sich häufiger eine isolierte Fazialisparese oder eine lymphozytäre Meningitis.
Der Liquor zeigt eine lymphozytäre Pleozytose mit erhöhtem Eiweiß und den Nachweis borrelienspezifischer Antikörper im Liquor (erhöhter Antikörperindex). Die Zellzahlerhöhung grenzt die Neuroborreliose vom Guillain-Barré-Syndrom ab, bei dem die Zellzahl normal ist. Behandelt wird 14 Tage lang mit Doxycyclin oral oder Ceftriaxon intravenös. Die Prognose ist gut, die meisten Ausfälle bilden sich vollständig zurück.
💡 Nice to know
Ein positiver Borrelien-Antikörpertest im Blut beweist keine Neuroborreliose: In manchen Regionen tragen viele gesunde Menschen nach früheren Zeckenstichen Antikörper. Entscheidend ist der Nachweis der Antikörperbildung im Liquor.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.