Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
- ICD-10G47.31
- Pneumologie
- Atemwege
Auch bekannt als OSAS · Schlafapnoe · Obstruktive Schlafapnoe · OSA · Schlafapnoesyndrom
Beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom erschlafft im Schlaf die Muskulatur des Rachens, sodass die oberen Atemwege wiederholt teilweise oder vollständig verschlossen werden. Trotz Atembemühungen kommt es zu Atemaussetzern mit Sauerstoffabfall, die jeweils durch kurzes, unbemerktes Aufwachen beendet werden. Hauptrisikofaktor ist Übergewicht; weitere sind männliches Geschlecht, Alkohol am Abend, Schlafmittel und anatomische Engstellen. Typisch sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit vom Partner beobachteten Atempausen, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen.
Die Erkrankung erhöht das Risiko für arterielle Hypertonie, Vorhofflimmern, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie für Verkehrsunfälle durch Sekundenschlaf. Nach einer ambulanten Polygrafie wird die Diagnose im Schlaflabor mittels Polysomnografie gesichert; der Apnoe-Hypopnoe-Index gibt den Schweregrad an. Standardtherapie ist die nächtliche CPAP-Überdruckbeatmung über eine Maske, die die Atemwege offen hält. Ergänzend helfen Gewichtsreduktion, Verzicht auf abendlichen Alkohol, Unterkieferprotrusionsschienen und in ausgewählten Fällen ein Zungennervstimulator.
💡 Nice to know
Das Krankheitsbild wurde lange „Pickwick-Syndrom“ genannt, nach dem dicken, ständig einschlafenden Kutscherjungen Joe aus Charles Dickens' Roman „Die Pickwickier“. Heute bezeichnet der Begriff genauer das Obesitas-Hypoventilationssyndrom.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.