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Paracetamol-Intoxikation

  • ICD-10T39.1
  • Notfallmedizin
  • Toxikologie
  • Leber

Auch bekannt als Paracetamolvergiftung · Paracetamol-Überdosierung · Acetaminophen-Vergiftung

Paracetamol gehört zu den am häufigsten eingenommenen Schmerzmitteln und ist in üblicher Dosierung gut verträglich. Bei einer Überdosierung, ob versehentlich oder absichtlich, entsteht in der Leber vermehrt das giftige Zwischenprodukt NAPQI, das normalerweise durch Glutathion entgiftet wird. Sind die Glutathionspeicher erschöpft, gehen Leberzellen zugrunde. Tückisch ist, dass Betroffene in den ersten 24 Stunden oft kaum Beschwerden haben, allenfalls Übelkeit, Erbrechen und Unwohlsein. Erst nach ein bis drei Tagen zeigen sich Oberbauchschmerzen, steigende Leberwerte und im schweren Fall ein akutes Leberversagen mit Ikterus, Gerinnungsstörung und Bewusstseinsstörung.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf sind chronischer Alkoholkonsum, Mangelernährung und bestimmte Medikamente. Entscheidend ist die Bestimmung des Paracetamol-Spiegels im Blut, die im zeitlichen Abstand zur Einnahme in einem Nomogramm bewertet wird, sowie Kontrollen von Transaminasen, INR, Kreatinin und Laktat. Das Gegenmittel N-Acetylcystein füllt die Glutathionspeicher wieder auf und wirkt am besten, wenn es früh gegeben wird; bei unklarem Einnahmezeitpunkt wird großzügig behandelt. Bei akutem Leberversagen wird frühzeitig ein Transplantationszentrum eingebunden. Nach einer absichtlichen Einnahme gehört eine psychiatrische Mitbetreuung zur Behandlung.

💡 Nice to know

In Großbritannien wurden die Packungsgrößen von Paracetamol 1998 gesetzlich begrenzt. In den folgenden Jahren sanken dort Todesfälle und Lebertransplantationen nach Paracetamol-Vergiftung deutlich, ein Beispiel dafür, wie einfache Maßnahmen Leben retten können.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.