Peritonsillarabszess
- ICD-10J36
- HNO
- Rachen
Auch bekannt als Paratonsillarabszess · Quinsy · PTA · Peritonsillitis mit Abszess
Der Peritonsillarabszess ist eine Eiteransammlung zwischen Gaumenmandel und umgebender Muskulatur und die häufigste Komplikation einer bakteriellen Mandelentzündung. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Typisch ist, dass es nach einer scheinbar abklingenden Angina erneut schlechter wird: Es kommen zunehmende, meist einseitige Halsschmerzen mit Ausstrahlung ins Ohr hinzu, dazu starke Schluckbeschwerden, sodass selbst Speichel nicht mehr geschluckt wird und aus dem Mund läuft, Fieber und eine kloßige Sprache. Häufig kann der Mund kaum noch geöffnet werden (Kieferklemme).
Bei der Inspektion ist der vordere Gaumenbogen einseitig vorgewölbt und gerötet, das Zäpfchen zur gesunden Seite verdrängt. Die Diagnose ist meist klinisch; Sonografie oder bei Verdacht auf Ausbreitung eine CT helfen in unklaren Fällen. Behandelt wird durch Punktion oder Inzision mit Entlastung des Eiters und Antibiotika wie Ampicillin mit Sulbactam oder Clindamycin; bei wiederholten Abszessen oder schwerem Verlauf wird eine Abszesstonsillektomie durchgeführt. Unbehandelt kann sich die Infektion in die tiefen Halsweichteile und ins Mediastinum ausbreiten oder die Atemwege gefährden.
💡 Nice to know
Das englische Wort „Quinsy“ stammt vom griechischen „kynanche“, was so viel wie „Hundewürgen“ bedeutet. Die Ärzte von George Washington bezeichneten seine tödliche Halserkrankung 1799 so; aus heutiger Sicht war es wahrscheinlich eine akute Epiglottitis.
Medizinischer & rechtlicher Hinweis
Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.