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Perniziöse Anämie

  • ICD-10D51.0
  • Hämatologie
  • Gastroenterologie
  • Blut
  • Magen

Auch bekannt als Morbus Biermer · Biermer-Anämie · Vitamin-B12-Mangelanämie · Autoimmungastritis mit Vitamin-B12-Mangel

Die perniziöse Anämie ist eine Vitamin-B12-Mangelanämie auf dem Boden einer Autoimmungastritis. Antikörper zerstören die Belegzellen des Magens, sodass weder Magensäure noch Intrinsic Factor gebildet werden, der für die Aufnahme von Vitamin B12 im terminalen Ileum nötig ist. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, oft mit weiteren Autoimmunerkrankungen. Neben Müdigkeit, Blässe mit leicht gelblichem Hautkolorit und Belastungsdyspnoe sind eine brennende, glatte, rote Zunge (Hunter-Glossitis) und neurologische Symptome typisch: Kribbeln, Taubheit, Gangunsicherheit und ein gestörtes Vibrationsempfinden durch eine funikuläre Myelose.

Das Blutbild zeigt eine makrozytäre, hyperchrome Anämie mit übersegmentierten Neutrophilen, oft auch Leuko- und Thrombozytopenie; LDH und indirektes Bilirubin sind durch die ineffektive Blutbildung erhöht. Vitamin B12 ist erniedrigt, Holotranscobalamin und Methylmalonsäure sind empfindlichere Marker. Antikörper gegen Intrinsic Factor und Parietalzellen sichern die Ursache, die Gastroskopie zeigt eine atrophische Korpusgastritis. Therapie ist die lebenslange Gabe von Vitamin B12, zunächst intramuskulär; hochdosierte Tabletten sind eine Alternative. Wegen eines erhöhten Risikos für Magenkarzinome und neuroendokrine Tumoren werden endoskopische Kontrollen empfohlen.

💡 Nice to know

„Perniziös“ bedeutet verderblich, denn bis in die 1920er-Jahre verlief die Erkrankung tödlich. Dann zeigten George Minot und William Murphy, aufbauend auf Arbeiten von George Whipple, dass große Mengen roher Leber helfen, und erhielten dafür 1934 gemeinsam den Nobelpreis. Den eigentlichen Wirkstoff, Vitamin B12, kannte man damals noch nicht.

Medizinischer & rechtlicher Hinweis

Einfach Medizin Pathio ist ein Lern- und Ratespiel. Die gezeigten Fälle sind vereinfacht und dienen ausschließlich Unterhaltungs- und Bildungszwecken. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.